Gastbeitrag: Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Mareike habe ich im letzten Jahr als MamaCoach kennengelernt. Seitdem hat sich einiges bei ihr getan. Aus einer nebenberuflichen Tätigkeit ist ein erfolgreiches Vollzeit Business als Webdesignerin, Marketing Strategin und WordPress Profi geworden. Alleine das ist eine echte Herausforderung als Mama von zwei Minis. Wenn dann neben der normalen Ernährungsorganisation noch andere Faktoren dazukommen, kann es schon mal schwierig werden. Die Schambergers haben sich trotz oder gerade wegen verschiedenster Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien auf eine ganz besondere Art organisiert. Aber das erklärt euch Mareike am besten selber:

Mareike und die Kids

Mareike und die Kids



Also Mareike, was kochst du heute?



Ernährung ist ja für jede Mama ein ganz spezielles Thema.

Für mich als Webdesigner in Darmstadt, Selbständig im Home Office und mit zwei Kindern im Kindergartenalter..... ja das ist schon Level 3.

Denn mit jedem Familienmitglied wird die Gleichung um eine Variable erweitert. Bei uns war das allerdings schon vor den Kindern schon kompliziert. Und die Kinder sind bei uns in der Familie eigentlich die unkomplizierten Esser.

Mein Mann und ich haben beide mehrere Lebensmittelunverträglichkeiten. Allerdings nicht die gleichen. Das macht es ein bisschen komplexer, aber gemeinsame Mahlzeiten sind immer noch nicht unmöglich.

Herr Schamberger:

• Laktoseintoleranz

• Fruktoseintoleranz

 

Frau Schamberger:

• Kein Glutamat

• Keine Milchprodukte

• Wenig Eier

 

Und das sind ja jetzt erst mal nur die harten Fakten, denn da kommen ja dann immer noch die persönlichen Vorlieben dazu.

Mein Mann ernährt sich am liebsten nur von Schnitzel mit Rahmsoße und Pommes, Ravioli oder Fleischkäse-Brötchen. Solide Hausmannskost. Hauptsache deftig und zügig zu verzehren (keine störenden Knochen, keine Gräten).

Ich liebe mediterranes Essen, gern auch orientalisch. Frisch, raffiniert und leicht darf es sein. Also einen Salatbaukasten, eine Buddha Bowl (hieß bei uns früher Reste Teller) oder auch gern mal ein Süppchen.

Jetzt grinst ihr wahrscheinlich. Macht jeder.

Was bleibt bei so vielen Unverträglichkeiten denn noch übrig?

Eigentlich recht viel. Ehrlich.

Ich verrate euch ein Geheimnis: Ich spiele einfach nach meinen eigenen Regeln und immer wenn man das macht, geht einiges.

Bei uns gibt es einfach ganz selten klassisch gekochte Mahlzeiten. Kochbuch auf und ab die Post: nicht bei uns. Das schaffe ich auch organisatorisch ganz selten. Denn zwischen Kindertaxi, Haushalt und Home Office will ich meine Zeit gern mit der Familie verbringen und nicht alleine in der Küche, während alle anderen Spaß haben.

Ich kaufe ein mal die Woche groß ein und koche dann den ganzen Tag. Und zwar im Baukastensystem. Die Kinder helfen inzwischen fleißig mit.

Proteine: Davon werden immer alle satt.

Für meine Mann gibt es gekochte Eier, Frikadellen, Bratwürstchen oder Fleischkäsescheiben. Die muss er dann nur noch essen. Alles fix und fertig.

Für mich grille ich gern eingelegten Tofu oder ich mache Falafel.

Gemüse all you can eat: Der Salatbaukasten

Den liebt jeder. Wir putzen und schnippeln wie die Weltmeister. Das müssen wir machen, solange der Papa auf der Arbeit ist. Der kriegt Schnappatmung und Herzkammerflimmern, wenn die Kinder bis an die Zähne mit Gemüsemessern bewaffnet sind.

Es gibt immer einen Blattsalat, Paprika, Kohlrabi, Radieschen und Karotten.

Dazu immer einen aufwändigeren Salat. Also Krautsalat, Blumenkohlsalat oder mal Antipasti.

Bei uns darf übrigens auch Obst in den Salat. Das schnippele ich immer gleich mit. Trauben, Melone, Granatapfel, Mango oder mal Nektarinen.

Dips und Soßen

Hoummous, Guacamole, Aioli: es gibt immer einen Dip der Woche und auch ein Salatdressing, das man nur noch drüber schütten muss.

Suppe und Eintopf

Keine Woche ohne. Nie. Für meinen Mann gibt es da schon mal einen großen Topf Spaghetti Bolognese, ein Kesselgulasch oder Geschnetzeltes mit selbst gemachten Spätzle. Das ist schön deftig und man kann es gut aufwärmen.

Für mich immer Gemüsecremesuppe. Die macht der Thermomix ja alleine. Alle paar Wochen röste ich gemischte Nüsse an, die kann man oben drüber streuseln. Lecker! Wird mir nie langweilig. Ich liebe Suppe auch als Frühstück!

Essen ist fertig

Bei uns sitzen zu den Mahlzeiten alle am Tisch, jeder darf sich die Dosen aus dem Kühlschrank nehmen, die ihn am meisten ansprechen und dann werden kunterbunte Teller zusammen gestellt. Manches wird “gebimmt” (also auf hochdeutsch: in der Mikrowelle erwärmt) und es werden immer alle satt.

Für mich gibt es im Herbst/Winter zum Frühstück oft Suppe, im Frühjahr/Sommer Sojajoghurt mit Obst und Müsli.

Mein mann isst Brot oder Brötchen mit Wurst und Käse. Ganz klassisch deutsch. Die Kinder entscheiden sich gern spontan und essen das, was am besten aussieht.

Mittags und Abends isst mein Mann gern ein bisschen Suppe vorneweg. Oder einen großen Teller Suppe mit einem Bratwürstchen drin. Oder eben einen Teller Eintopf.

Ich werfe mir gern einen Salat aus dem Baukasten zusammen und freue mich über die große Auswahl.

Fotoshooting Mareike-64-10.jpg

Achtung: das Christkind kommt

Weihnachten ist bei uns sogar noch schöner. Denn da kommt obendrauf auch immer noch meine Mama. Die hat Zöliakie und verträgt deshalb kein Gluten (Weizenmehl).

Deshalb wird bei uns an Weihnachten immer gegrillt. Das ist am einfachsten. Jeder bringt was mit, keiner hat die komplette Arbeit in der Küche alleine. Jeder kann einfach das essen, was er verträgt und alle haben ein entspanntes Fest UND Zeit, mit den Kindern zu spielen und sich zu unterhalten.

BONUS: mehr Zeit für mich

Das Vorkochen im Baukastensystem hat sich für uns wirklich bewährt. Selbst in der ganz fiesen Zeit mit zwei Kindern unter 2 habe ich so immer etwas ordentliches auf dem Tisch gehabt. Wenn es ganz fies wird, kann man immer noch durch den Lieferservice und Bringdienst ergänzen.

Inzwischen komme ich komplett ohne Kortison aus. Das war für mich nicht immer selbstverständlich, denn nach den beiden Schwangerschaften hatte ich an manchen Stellen meines Körpers wirklich kaum mehr Haut. AUA!

Auch wenn das sich erst mal nach Aufwand anhört, einen Tag die Woche das Essen vorzubereiten: im Prinzip macht mich das sehr frei. Denn so habe ich die Möglichkeit abends einfach mal die Zeit mit meiner Familie zu genießen.

 

Und ganz ehrlich: Zur Not wird eben bestellt. Da bin ich völlig tiefen entspannt. Unsere Tochter ist mit dem “Tortellini-Mann” auf du und hat auch schon mal ein Bild für ihn gemalt. Das kratzt meine Mutter-Ehre kein bisschen #80istdasneue100

 

Wie kocht ihr denn? Habt ihr Lebensmittelunverträglichkeiten, auf die ihr Rücksicht nehmen müsst?

Liebe Mareike,

vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Ich finde es immer wieder spannend zu sehe wie Menschen sich mit den verschiedensten Situationen arrangieren und kreativ werden.

Wer noch mehr über Mareike wissen will, der findet sie auf Instagram @teamstreber oder unter www.teamstreber.de

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Maike Henze